EWZ-Einbürgerungskartei: Lydia Dreger geb. Kröker
Beschreibung des Dokuments
Archiv: Bundesarchiv, Berlin-Lichterfelde.
Bestand / Serie: R 9361-IV KARTEI 1 — EWZ-Einbürgerungskartei (Einwandererzentralstelle).
Person: DREGER, geb. Kröcker, Lydia.
EWZ-Nr.: 906 134 · Umsiedlungs-Nr.: 1 221 147.
Tag d. Durchschlag: 28. April 1944.
Umfang: zwei Karten — maschinenschriftlich und handschriftlich (Doppel derselben Angaben), jeweils mit Rückseite.
Die Scans der Karten werden auf dieser Website nicht veröffentlicht: Der Erhalt einer Kopie aus dem Archiv ist für sich genommen keine Erlaubnis zur Veröffentlichung im Internet. Nachfolgend die feldweise Transkription der Angaben.
Feldweise Transkription
| Feld der Karte | Eintrag im Original | Erläuterung |
|---|---|---|
| EWZ-Nr. (1) | UdSSR 906 134 | EWZ-Aktennummer |
| Umsiedl.-Nr. (2) | 1 221 147 | Umsiedlernummer |
| Name (6) | DREGER, geb. Kröcker Lydia | Geburtsname mit „c“ geschrieben: Kröcker |
| Letzter Heimatort (10) | 1 b Ladekopp; Kreis: 3 a Bolschoj-Tokmak (5); II Saporoshje II (7) | Ladekopp, Kreis Bolschoi-Tokmak, Gebiet Saporoshje |
| Beruf (11) | Landarbeiterin | — |
| Konfession (Sekte) (12) | bap. | baptistisch — siehe Anmerkung unten |
| Familienstand (13) | verh. | verheiratet |
| Eheschließungsjahr (14) | 1935 | — |
| geb. / in / Kreis (15) | 17. 4. 17 in Shilesna, Ray. Artemowsk | geboren am 17.04.1917 in Schiljesna, Rayon Artemowsk |
| Bish. Staatsang. (16) | UdSSR | bisherige Staatsangehörigkeit |
| körperl. Einsatzfähigkeit (17) | voll | — |
| Einbürgerungsvermerk (18) | Eingebürgert / Einbürgerung | — |
| Gesamtkinderzahl | 2, dav. 1 leb. | zwei Kinder, davon eines lebend |
| Abstammung (deutsche) | A 100 % · E 100 % · F 100 % | Bewertung nach der nationalsozialistischen Erfassungssystematik |
| Familienangehörige (19) | Dreger, Edmund — Ehem., m., 1914 — „1941 verschleppt“ —»— Leo — Sohn, m., 1937 — Umsiedl.-Nr. 1 221 148 | Ehemann Edmund Dreger, geb. 1914; Sohn Leo, geb. 1937 |
| Schulbildung (20) | 2 Kl. dt. Dorfschule | zwei Klassen deutsche Dorfschule |
| Kenntnisse im Hauptberuf (23) | Feld- u. Stallarbeiten, melken | — |
| Nebenberufl. Kenntnisse | Hausarbeiten, stricken, spinnen; dtsch. i. W. + Schr., russ. i. W. | Deutsch in Wort und Schrift, Russisch in Wort |
| Bisherige Beschäftigung (24) | Kollektiv landw. — Landarbeiterin; eig. Haushalt — Hausfrau, 1935–44 | Kolchosarbeit; ab 1935 eigener Haushalt |
| Einsatzwunsch (27) | Landarbeiterin | — |
| Erfaßt durch Kom. Nr. (30) | Kom. Nr. 30, in Hermannsbad; Lager Serotzki, Kr. H-bad | Kommission Nr. 30 in Hermannsbad; Lager Serotzki |
| Tag d. Durchschl. (33) | 28. 4. 1944 | — |
Was das Dokument bestätigt und was es präzisiert
Bestätigt: Geburtsdatum und -ort Lydias (17.04.1917, Schiljesna), das Eheschließungsjahr 1935, die Geburt des Sohnes Leo 1937, das Geburtsjahr des Ehemanns Edmund Dreger (1914) und sein Verschwinden 1941, den Wohnort Ladekopp (Kreis Bolschoi-Tokmak) vor dem Krieg sowie den 28. April 1944 — jenen Tag, den Lydia in ihrer Autobiographie als Tag des Einbürgerungsantrags nennt.
Neue Angaben: die Umsiedlernummern 1 221 147 (Lydia) und 1 221 148 (Sohn Leo); der Eintrag „2 Kinder, davon 1 lebend“ — Lydia hatte demnach ein weiteres Kind, das diese Jahre nicht überlebte (Name und Daten nicht ermittelt); das Lager Serotzki bei Hermannsbad als Erfassungsort.
Abweichungen zwischen den Quellen: Als Kreis des Geburtsortes ist Rayon Artemowsk eingetragen, während Schiljesna in Lydias Autobiographie dem Gebiet Dnepropetrowsk zugeordnet wird. Bei der Schulbildung nennt die Karte zwei Klassen, die Autobiographie „nur drei Jahre“. Welche Angabe zutrifft, ist anhand der vorliegenden Unterlagen nicht geklärt.
Zum Feld „Konfession (Sekte)“: Auf beiden Karten steht handschriftlich „bap.“ — also baptistisch. Das ist der erste dokumentarische Hinweis auf eine Konfession in dieser Linie. Er betrifft Lydia persönlich im Jahr 1944 und bestätigt oder widerlegt die Vermutung einer Verbindung des Namens Kröker zum westpreußischen mennonitischen Umfeld nicht: Die Konfession konnte über Generationen wechseln, und in deutschen Erfassungsunterlagen jener Zeit wurden den Baptisten nahestehende Gemeinden häufig ebenso eingetragen. Die Frage bedarf der Bestätigung durch Kirchenbücher.
Quelle
Bundesarchiv, R 9361-IV KARTEI 1 (EWZ-Einbürgerungskartei), Karte zu Dreger, geb. Kröcker, Lydia, EWZ-Nr. 906 134, Umsiedl.-Nr. 1 221 147, Durchschlag vom 28.04.1944. Kopie im Besitz des Website-Autors; Abrufdatum Juli 2026. Siehe auch „Quellen und Lizenzen“.